Nicht verrückt genug – eine Polemik

Es ist so bitter. Seit dem Ableben von Steve Jobs ist es in der Tech-Welt tödlich langweilig geworden. Die Sogwirkung der bahnbrechenden Apple-Innovationen ist dahin.

Was bleibt? Verbesserungen bestehender Produkte – wie sich die Technik eben entwickelt.

Smartphones sind schneller geworden, haben größere. hellere und geradezu bizarr hoch auflösende Displays. Teilweise mehr als 500 dpi… können wir uns demnächst alte Mikrofilme auf unseren Smartphones ansehen?

Aber wo sind die großen “one more thing”s? Ich weiß es nicht. Stattdessen gibt es tausende von “more things”. Z.B. Emojis.

Das ist nicht euer Ernst, oder?

Gerade habe ich mein Nexus 6 auf Android Nougat aktualisiert. Und was ist eine der wesentlichen Neuerungen? Zig neue Emojis. Wie bitte?? Ganz abgesehen, dass ich nicht verstehe, wieso dafür ein Betriebssystem-Major-Release erforderlich ist…

Und Apple ist da nicht besser. Was gab es Neues auf der letzten großen Verkaufsshow in San Francisco? Pokemons mit der Apple Watch jagen? Super Mario spielen? Und auch neue Emojis und digitale Knallbonbons im Messenger?

Für solche Innovationen brauche ich überzüchtete Akkus, die mein Handy zur potentiellen Sprengfalle machen? Und drahtloses Laden? Das konnte meine elektrische Zahnbürste schon vor 20 Jahren!

Wo bleibt der Erfindergeist? Scheinbar geht es nur noch um das schnelle Geld. Künstlich verkürzte Innovationszyklen, um den Leuten noch schneller das Geld aus der Tasche zu ziehen. Features, die keine braucht und keiner bestellt hat. Oder künstlich ausgebremste Innovation, wie im Falle der Elektro-Mobilität.

Ich werde den Eindruck nicht los, als würde nur noch “erfunden” und “entwickelt”, um sich schnellstmöglich an irgendwelche gierigen Investoren zu verkaufen. Nicht mehr, weil man wirklich etwas zum Fortschritt beitragen will, sondern um so schnell wie möglich Kohle zu “generieren”.

Angedeutet hat sich das schon früher. Eigentlich waren Aktien mal als Firmenbeteiligungen gedacht, wenn man von einer Geschäftsidee überzeugt war und um sich an einem Unternehmen konstruktiv zu beteiligen. Wer heute so denkt, wird ausgelacht und verliert. Aktien sind Spielkarten in einem riesigen Zockerparadies.

Kein Wunder, dass es immer weniger Bekloppte gibt, die wirklich etwas vorantreiben wollen oder/und können. Bittere Wahrheit: Apple hatte recht mit der Aussage ihrer “Think different”-Kampagne:

“Because the people who are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.”

So verrückt ist heute niemand mehr.

Ich bitte um überzeugenden Widerspruch!

Heiliger Boden: Eine Tour durch die Moog Factory in Asheville, NC

Firmensitz und Fabrik von Moog Music in Asheville, NC

Firmensitz und Fabrik von Moog Music in Asheville, NC (Foto: Jörg Riewenherm)

Ein kleines Unternehmen mit Weltruf trotzt „modernen“ Business-Prinzipien. Der traditionsreiche Synthesizer-Hersteller Moog Music in Asheville, North Carolina, zeigt, wie es auch anders geht.

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Mac Pro-Verkauf startet: Wer braucht so viel Power?

Der neue MacPro - im gewagten Urnen-Style (Foto: Apple)

Der neue MacPro – im gewagten Urnen-Style (Foto: Apple)

Das Warten hat ein Ende: Apple startet den Verkauf des neuen Mac Pro, einer außergewöhnlichen High-End-Maschine mit noch außergewöhnlicherem Design – und zu einem exklusiven Preis.

Ab 2.999,90 Euro ist der zylinderförmige Supercomputer zu haben. Für den Einstiegspreis bekommt man eine 3,7 GHz Quad-Core-CPU (Intel Xeon E5), 12 GB RAM (DDR3 ECE, 1866 MHz), ein 256 GB Flash-Harddrive und zwei AMD FirePro Grafik-Prozessoren mit je 2GB VRAM-Speicher. Weiterlesen

Prime Air: Warum das Drohnen-Projekt von Amazon kein Marketing-Gag ist

Die Zustell-Drohne von Amazon (Foto: amazon.com)

Die Zustell-Drohne von Amazon (Foto: amazon.com)

Jeff Bezos will es wissen: Beim Online-Kaufhaus Amazon arbeitet man in den USA an der Warenzustellung via Drohne. Für kurze Lieferdistanzen bis zu 16 Kilometer sollen Bestellungen mit autonomen Octocoptern geliefert werden können. Das “Prime Airgenannte Programm soll innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre in Betrieb gehen. Speditionen müssen sich noch keine Sorgen machen: Momentan rechnet man mit einem maximalen Transportgewicht von 2,5 Kilogramm. Für den Anfang. Weiterlesen

Der ausbleibende Smartwatch-Hype

Mittlerweile seit Jahren prophezeien Technologie-Apostel einen Smartwatch-Hype, der über uns hereinbrechen soll – am besten durch seine Innovations-Heiligkeit Apple selbst.
Je länger die Gerüchteküche brodelt, umso weniger glaube ich, dass der Durchbruch tatsächlich in absehbarer Zeit kommt. Es fehlen schlüssige Konzepte und die technologische Machbarkeit ganz großer Ideen.
Was haben wir denn aktuell? Smartwatches als echte Technologieträger gibt es nur wenige. Weiterlesen

Klangbeispiele zum Sledge von Studiologic

Hier geht’s zum auführlichen Testbericht.

Studiologic Sledge – virtuell analoge Schrauberkiste

Der Sledge von Studiologic

Gelb wie ein Schulbus: Der Sledge von Studiologic

Ein echter Blickfang ist der neue Synthesizer aus der italienischen Tastaturschmiede STUDIOLOGIC. Der Sledge fällt auf. Einerseits durch seine mutige Signalfarbe: Er ist gelb wie ein US-Schulbus und ganz besonders durch sein Benutzerinterface – er sieht aus wie ein echter Synthesizer in Reinform. Weiterlesen