Der ausbleibende Smartwatch-Hype

Mittlerweile seit Jahren prophezeien Technologie-Apostel einen Smartwatch-Hype, der über uns hereinbrechen soll – am besten durch seine Innovations-Heiligkeit Apple selbst.
Je länger die Gerüchteküche brodelt, umso weniger glaube ich, dass der Durchbruch tatsächlich in absehbarer Zeit kommt. Es fehlen schlüssige Konzepte und die technologische Machbarkeit ganz großer Ideen.
Was haben wir denn aktuell? Smartwatches als echte Technologieträger gibt es nur wenige.

Sony Smart Watch

Sony Smart Watch 2 (Foto: Sony)

Sony Smart Watch 2 (Foto: Sony)

Der erste „Große“, der sich an Smartwatches versucht, ist Sony – und das schon in zweiter Generation. Dazu sind die Preise relativ niedrig: Die erste Generation gibt es mittlerweile unter 100 Euro, die zweite kostet etwa 150.
Aber: Sony kommuniziert nur mit Android – und das auch nur so, dass man sich fragt, ob man dafür wirklich einen solchen Klotz am Handgelenk braucht, wenn man dann doch sein Handy zücken muss, um Nachrichten komplett lesen zu können. Immerhin bietet Sony ein wasserdichtes Gehäuse und ein Farbdisplay, das in der zweiten Version auch mit einer unbeleuchteten Permanent-Anzeige.

Samsung Galaxy Gear

Samsung Galaxy Gear (Foto: Samsung)

Samsung Galaxy Gear (Foto: Samsung)

Samsung ist der erste Hersteller, der seine Smartwatch recht offensiv bewirbt: Die Galaxy Gear. Diese ist sogar noch restriktiver, was das Ökosystem betrifft, in der sie sich wohlfühlt: Derzeit arbeitet die Uhr nur mit dem großen Galaxy Note 3 zusammen – beides zusammen ist ein teurer Spaß.
Immerhin ist die Galaxy Gear deutlich funktionsreicher als die Mitbewerber und macht auch am Handgelenk eine gute Figur.

Pebble

Pebble Watch (Foto: Pebble)

Pebble Watch (Foto: Pebble)

Die Pebble-Watch ist ein interessanter Ansatz: Ein E-Ink-Display hat Sexappeal und kann durchaus andere Mängel kompensieren. Eine Uhr, die zusätzlich Inhalte vom Handy auf dem Handgelenk bereithält – und das auf einem permanenten, energiesparenden Display. Größter Vorteil der Pebble zu ihren Mitbewerbern: Die spricht nicht nur Android, sondern kommuniziert auch mit iOS.
Dumm nur, dass hier Hersteller und deutsche Bürokratie den Verkaufserfolg in Deutschland verhindern. Durch unzureichende CE-Konformitätskennzeichnungen, werden Importe aus den USA nach wie vor vom Zoll abgewiesen. Eine nachhaltige Lösung des Problems ist leider noch nicht in Sicht. Immerhin besteht die Möglichkeit, die Uhr aus weniger pingeligen europäischen Nachbarländern (z.B. den Niederlanden) zu beziehen.

Pearl/Simvalley

Simvalley AW 414 (Foto: Pearl)

Simvalley AW 414 (Foto: Pearl)

Dann gibt es noch eine ganze Reihe auf Uhrenformat geschrumpfte Android-Phones aus China, die besonders von Versendern wie Pearl vertrieben werden. Immerhin handelt es sich hierbei um autonome Systeme, die kein weiteres Handy in Reichweite erfordern. Darüber hinaus bewegen sie sich in preislichen Bereichen, die durchaus Neugier-Spontankäufe ermöglichen.
Gleichzeitig dürften es diese Telefone am Handgelenk schwer haben, in Sachen Verarbeitungsqualität und Benutzerführung an die teueren Mitbewerber heranzukommen.

Und nun …?

Allen ist aber eins gemeinsam: Ihnen fehlt ein Konzept, weshalb eine Smartwatch das mobile digitale Leben signifikant verbessern oder verändern würde. Die Displays sind zwangsläufig winzig, die Gehäuse doch recht klobig, und all das will ja auch noch mit Strom versorgt sein. Dazu kommt, dass saubere Lösungen zumindest anfangs nicht billig sein werden.

Wo könnte also der technologische Durchbruch geschehen, wie ihn damals die ersten Smartphones und insbesondere Apples iPhone brachten? Ob es wieder Apple ist? In Cupertino hält man sich bekanntermaßen sehr bedeckt und lässt offenbar erst mal die Konkurrenz liefern. Das lässt zwei Optionen: Entweder, die Kalifornier haben auch kein Konzept und gehen mit unausgereiften Produkten nicht an den Markt, oder in den Entwicklungslabors wächst etwas, was bisher niemand auf dem Zettel hatte.
Nur was könnte das sein?

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